Über mich

Ich bin Ines.

Seit ich mich erinnern kann, haben mich Menschen und ihr Sein, das Verbundensein und das Nicht-Verbundensein tief bewegt. Warum fühlt man sich manchmal verbunden, manchmal nicht? Was fühlt sich richtig an im Umgang miteinander – mit anderen Menschen, mit Tieren, der Natur und der Welt? Was bewirkt Beziehungslosigkeit in uns? Und was heilt sie?

Ich möchte dazu beitragen, dass Beziehung den Platz bekommt, den sie verdient: in der Mitte unseres Denkens, Fühlens und Handelns. Beziehung ist kein „Soft Skill“. Sie ist existenziell. Wie Nahrung.

Viele Schwierigkeiten – sei es in Liebesbeziehungen, im Klassenzimmer, im Kollegium, in Paarbeziehungen oder im Elternsein – entstehen, weil Menschen sich nicht gesehen fühlen. In der Tiefe unseres Menschseins liegt die Sehnsucht nach innerer Verbundenheit – mit dem, was wir wirklich sind. Aus traumainformierter Perspektive ist diese Sehnsucht zugleich ein Spiegel unserer Verletzbarkeit: Die schmerzvollste Erfahrung ist oft jene der Trennung vom eigenen Selbst – ein Zustand, der nicht selten Schutz war, aber Entwicklung verhinderte. Wieder in Kontakt zu kommen, ist kein einfacher Weg, aber ein zutiefst menschlicher und heilender.

Ich wünsche mir, dass Menschen sich durch die Arbeit mit mir, mit sich selbst wieder verbundener fühlen – auch mit schwierigen Gefühlen wie Trauer, Scham oder Einsamkeit. Dass sie ihre Gefühle benennen und lernen, ihnen mit Wohlwollen zu begegnen. Dass sie in ihrem Alltag erleben, wie es ist, sich selbst zu halten, mit sich in Verbindung zu sein und aus dieser Verbindung heraus zu handeln. Mein Anliegen ist es, Ressourcen aufzubauen, Selbstermächtigung zu fördern und Räume zu schaffen, in denen Co-Regulation und Selbstregulation geübt und verankert werden können. Wohlwollen wird dabei zur inneren Haltung, die auch in stürmischen Momenten Orientierung schenkt. Ich möchte Beziehungsräume möglich machen, in denen Menschen sich selbst begegnen dürfen. Gesehen werden. Sein dürfen.

Schon früh war ich neugierig auf das Menschsein: auf Gefühle, Beziehung, Entwicklung. Meine eigene Geschichte hat mich gelehrt, dass Entwicklung nie linear verläuft, sondern in Wellen. Besonders mein Körper war mir oft Ratgeber, wenn ich mich selbst verlassen hatte. Die Wechseljahre wurden zu einem echten Transformationsprozess. Herausfordernd, ehrlich, schmerzhaft und heilsam.

In meinem Beruf als Grundschullehrerin wollte ich mehr: Mehr Beziehung, mehr Würde, mehr Raum für Lernen auf Augenhöhe. Ich forschte, lernte, bildete mich weiter. Was brauchen Kinder, um sich sicher zu fühlen? Was brauchen wir Erwachsene, um authentisch und klar zu begleiten?

Ich habe selbst erfahren, wie leicht es ist, sich im Alltag zu verlieren – besonders im Bildungsbereich. Die Erwartungen, die Verantwortung, das eigene Bemühen um gute Beziehungsgestaltung – all das kann dazu führen, dass man sich selbst aus dem Blick verliert. Dieser persönliche Prozess, mein Ringen mit Ideal und Wirklichkeit, hat mich geprägt und letztlich zu meinem heutigen Wirken geführt: Ich verbinde individuelle Begleitung mit systemischer Arbeit im Bildungsbereich. Dabei arbeite ich nicht nur mit einzelnen Lehrkräften und Teams, sondern denke Entwicklung immer auch aus struktureller und organisatorischer Perspektive mit. Mein integraler Ansatz erlaubt es mir, sowohl innere Prozesse als auch äußere Rahmenbedingungen in den Blick zu nehmen. Deshalb arbeite ich eng mit Organisationsentwickler:innen zusammen, um Veränderung nicht nur individuell, sondern auch auf Ebene der Kultur und Struktur von Einrichtungen zu ermöglichen. Für mich gehören innere und äußere Entwicklung zusammen – und genau deshalb arbeite ich heute an beiden Ebenen zugleich.

Antworten fand ich in der Polyvagaltheorie, der Neurosystemischen Integration, der Trauma- und Bindungsarbeit und in der integralen Coachinghaltung. Ich begann, die Systeme hinter den Reaktionen zu verstehen – bei mir selbst, bei anderen. Und ich sah: Beziehung ist der Schlüssel.

Ich habe die Kraft von Beziehung in vielen Formen erlebt: in meiner Partnerschaft, in Freundschaften, in der Natur. Besonders diese tiefe Verbundenheit mit dem Leben, wie ich sie als Kind im Wald spürte, prägt mich bis heute. Für mich ist die spirituelle Dimension des Menschseins genauso wichtig wie kognitive oder körperliche Entwicklung.

Was mir früher gefehlt hat – stabile Bindung, Raum für mein eigenes Tempo, Gehör für meine Wut und Kreativität – das möchte ich heute möglich machen. Für Kinder. Für Erwachsene. Für Systeme.

Denn ich glaube: Wir tragen alles Wesentliche bereits in uns. Aber manchmal brauchen wir Menschen, die uns daran erinnern. Mit ehrlichem Blick. Mit Wärme. Und mit einem sicheren Raum, in dem Entwicklung möglich ist.

Ich arbeite mit Menschen, Teams und Organisationen, die Beziehung als tragende Kraft in ihrem Wirken (wieder) ernst nehmen wollen. Im schulischen Kontext begleite ich Schulleitungen, Lehrkräfte, Träger und Teams, die eine Kultur des Vertrauens, der Selbstverantwortung und der Menschlichkeit etablieren möchten – im Kleinen wie im Großen.

Für die pädagogisch-professionelle Entwicklung von Beziehungsqualität arbeite ich als Trainerin für Beziehungslernen in Kooperation mit der Helga Breuninger Stiftung. Hier geht es um die Gestaltung sicherer Räume im Schulalltag, um Selbstführung, achtsames Wahrnehmen und die Integration von Traumawissen in die pädagogische Praxis.

Im Bereich der Organisationsentwicklung und Führungskultur bin ich Teil von Tealbirds – einem Netzwerk, das Schulen und Bildungseinrichtungen systemisch begleitet. Unser gemeinsames Ziel: eine Kultur der Vertrauensbildung zu fördern, die sich nicht nur im Miteinander, sondern auch in der Struktur zeigt. Denn nachhaltige Entwicklung braucht Räume, in denen die Werte, die wir leben wollen, auch systemisch getragen werden.